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Verbot der Abgabe trächtiger Säugetiere (im letzten Drittel der Trächtigkeit) zur Schlachtung tritt am 01. 09. 2017 in Kraft

1. September 2017

Verbot der Abgabe trächtiger Säugetiere (im letzten Drittel der Trächtigkeit) zur Schlachtung
tritt am 01.09.2017 in Kraft

Mit dem heutigen Tag (01. September 2017) tritt die Änderung des Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetzes (TierErzHaVerbG) in Kraft. Demnach ist es verboten, „ein Säugetier, ausgenommen Schafe und Ziegen, das sich im letzten Drittel der Trächtigkeit befindet, zum Zweck der Schlachtung abzugeben. Das Verbot gilt nicht, wenn die Tötung eines solchen Tieres
1. nach tierseuchenrechtlichen Bestimmungen vorgeschrieben oder angeordnet worden ist oder
2. im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation geboten ist und überwiegende Gründe des Tierschutzes einer Abgabe zur Schlachtung nicht entgegenstehen.

Im Falle des Satzes 2 Nummer 2 hat der Tierarzt dem Tierhalter unverzüglich eine Bescheinigung auszuhändigen, aus der sich dessen Voraussetzungen einschließlich der von ihm festgestellten Indikation ergeben. Die Bescheinigung ist vom Tierhalter mindestens drei Jahre aufzubewahren."
Hintergrund des Verbotes ist, dass wissenschaftliche Studien darauf hinweisen, dass Feten im Mutterleib spä-testens ab dem letzten Drittel der Trächtigkeit Schmerzen und Leiden empfinden. Deshalb durchleben z.B. un-geborene Kälber im letzten Drittel der Trächtigkeit den Tod durch Sauerstoffmangel während des Schlachtvor-gangs bei Bewusstsein, da sie selbst – anders als das Muttertier – bei der Schlachtung nicht wirksam betäubt sind.
In Niedersachsen war bereits am 23. September 2015 eine freiwillige Vereinbarung zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder vom niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbrau-cherschutz (ML) und über zwanzig Verbänden, darunter die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersach-sen e.V. (LVN), unterzeichnet worden. Diese Vereinbarung wird nun durch die gesetzliche Regelung abgelöst.
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Landvolk Niedersachsen und die LVN hatten gemeinsam ein Merkblatt mit praktischen Maßnahmen speziell zur Vermeidung der Schlachtung von tragenden Rindern veröf-fentlicht. Dieses Merkblatt „Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft" ist auf Grund der Änderung der Gesetzeslage noch einmal überarbeitet worden und ist auf unserer Homepage als pdf-Datei einzusehen.

LVN/Fritsch