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Erlösrückgang und Kostensteigerung mindern die Liquidität in den Milchviehbetrieben

8. Februar 2019

Die wirtschaftliche Situation der deutschen Milcherzeuger hat 2018 erneut einen Dämpfer erhalten. Im Betriebszweig Milchproduktion ist die Marge aus Erlösen und variablen Kosten im vergangenen Jahr wieder zurückgegangen. Dies zeigt die Modellrechnung der AMI für eine Milchkuh mit einer Jahresleistung von 8.500 kg Milch aus konventioneller Produktion.

Im Verlauf des Jahres 2018 haben sich die Kennzahlen im Betriebszweig Milchproduktion überwiegend zu Ungunsten der Milcherzeuger entwickelt. Die Erlöse gaben in der Jahresbetrachtung, trotz Erholung ab der Jahresmitte, insgesamt nach. Gleichzeitig sind die variablen Kosten gestiegen. Dies führte erneut zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den Milchviehbetrieben. Dazu haben vorrangig die Entwicklungen bei den Milcherzeugerpreisen, die rund 90 % der Erlöse dieses Produktionszweiges ausmachen, beigetragen. In der ersten Jahreshälfte reduzierten die Molkereien ihre Auszahlungen für den Rohstoff Milch im Bundesmittel um rund 7,7 Ct, das entsprach in etwa einem Fünftel. Dem folgte ab Juli zwar wieder ein Anstieg, der die zuvor erfolgten Verluste jedoch nicht wieder vollständig aufholen konnte. Im Jahresmittel verloren die Erzeuger damit gegenüber 2017 rund 5 % an Milchgeld.
Gleichzeitig sind 2018 auch die Erlöse für Altkühe und Kälber zurückgegangen, was die Verluste auf der Erlösseite insge-samt noch verstärkt hat. Die Schlachtkuhpreise gerieten vor allem durch die in der Hitzeperiode ab Juli sprunghaft gestiegenen Schlachtungen stark unter Druck, der bis zum Jahresende anhielt. Kälber wurden im Jahresmittel ebenfalls schwächer bewertet.

Ernteverluste treiben die Futterpreise in die Höhe
Auf der Kostenseite hat sich die Situation für die Erzeuger im vergangenen Jahr ebenfalls verschlechtert, was das Gesamtergebnis zusätzlich negativ beeinflusst hat. Hier waren es in erster Linie die Futterkomponenten, die sich im Jahresverlauf verteuerten.
Im Zuge des, durch die dürrebedingten Ernteverluste, knappen Angebotes stiegen die Preise für Futtergetreide, Milchleis-tungsfutter und siliertes Grundfutter dabei ab der Jahresmitte verstärkt. Die Preise für Sojaschrot gingen im Gegensatz dazu ab der Jahresmitte zurück, in der Jahresbetrachtung lagen die Kosten für den Futtereinsatz aber auch hier über denen des Vorjahres. Neben den Futterkosten verzeichneten auch die sonstigen variablen Kosten für Tierarzt, Besamung, Wasser, Strom, etc. einen weiteren Anstieg.

Marge zur Deckung der Gemeinkosten um ein Viertel gesunken
Die in der Jahresbetrachtung für 2018 geringeren Erlöse bei gleichzeitig höheren variablen Kosten haben sich in der Wir-kung auf das Ergebnis in den Betrieben zu Ungunsten der Erzeuger gegenseitig verstärkt. Dadurch hat sich die wirtschaftliche Situation auf den Höfen gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich verschlechtert. Die mittlere monatliche Marge je Kilogramm Milch ist dabei im Vergleich zu 2017 um gut 3 Ct auf rund 13 Ct zurückgegangen.
Für 2018 ergibt sich nach Berechnungen der AMI ein durchschnittlicher Überschuss zwischen Erlösen und variablen Kosten in Höhe von 772 EUR/Kuh. Das war gut ein Viertel weniger als im Jahr zuvor. In der langjährigen Betrachtung ist das Ergebnis für 2018 jedoch leicht überdurchschnittlich. Das Mittel der zurückliegenden Dekade liegt bei 650 EUR/Kuh.
Aus der Marge zwischen Erlösen und variablen Kosten müssen die Betriebe allerdings noch die anfallenden Kosten für Arbeitserledigung, sowie die Gebäude- und die sonstigen festen Kosten decken. Diese fallen regional und in Abhängigkeit von der Betriebsstruktur sehr unterschiedlich aus. Dabei ist von großer Bedeutung, ob Betriebe wachsen und dafür investiert haben oder in abgeschriebenen Gebäuden wirtschaften.

AMI