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Resistenzkeime im Gewässer: Das geht nicht!

9. Februar 2018

Journalisten des NDR haben zwölf Proben in Bächen, Flüssen und Badeseen in Niedersachsen genommen. Überall wiesen sie Erreger nach, bei denen wichtige Reserve-Antibiotika (Carbapeneme, Humanmedizin) nicht mehr wirken. An fünf Orten wiesen sie Resistenzen gegen das Reservemedikament Colistin (vor allem Tiermedizin bei Coli-Durchfall) nach.

Die Ursachen sind klar:

1. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erklärt, ist in der Humanmedizin der Anteil der Antibiotika mit einem breiten Wirkungsspektrum am Gesamtverbrauch - mit den Cephalosporinen und Fluorchinolonen an der Spitze - nach wie vor sehr hoch, sowohl ambulant als auch stationär. Diese Antibiotika üben einen hohen Selektionsdruck zugunsten multiresistenter Erreger aus. Die Gesamtmenge der im humanmedizinischen Bereich in Deutschland eingesetzten Antibiotika dürfte ca. 700-800 Tonnen pro Jahr betragen.

2. Die Antibiotikamenge in der Tiermedizin ist zwischen 2011 und 2016 um 56,5 % auf 742 Tonnen und damit unter den "Verbrauch" im Humanbereich gefallen. Den Hauptanteil bilden alte Antibiotika wie Penicilline mit etwa 279 t und Tetrazykline mit etwa 193 t. Von den Reserveantibiotika wurden lediglich 9,3 t Fluorchinolone und 3,4 t Cephalosporine der 3. und 4. Generation eingesetzt, Tendenz sinkend.

Fakt ist: Keime kommen überall vor, der gesunde Mensch kann mit diesen Keimen umgehen. Dennoch bleiben Aufgaben:

  • Wichtig ist ebenso ein noch sorgsamerer Umgang mit den wertvollen Medikamenten in allen Bereichen.
  • Vor der Auswahl eines Antibiotikums ist ein Antibiogramm im Human- und Tierbereich eine wertvolle Entschei- dungshilfe. Hier ist der Nutztierbereich weiter als der Humanbereich.
  • Um den Einsatz in der Nutz- und Haustierhaltung weiter zu reduzieren, sind verbesserte Haltungsbedingungen, ein gutes Tiermanagement, optimiertes Futter und Hygiene die wichtigsten Instrumente.
  • Das regelmäßige Händewaschen bleibt die wichtigste "Medizin".

Vor einigen Jahren hatte das Umweltbundesamt in Schleswig-Holstein Proben unter landwirtschaftlichen Flächen gezogen, mit einem beruhigenden Ergebnis. An Kläranlagen sei das Ergebnis dagegen "gruselig". Resistenzen wird es immer geben, reduzieren können wir sie nur gemeinsam!

Facebook-Eintrag des Bauernverbandes SH