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EU-Milchanlieferung seit August leicht unter Vorjahresniveau

30. November 2018

Im September 2018 haben die Molkereien in der EU-28 nach teils noch vorläufigen Ergebnissen rund 0,1 % weniger Milch angeliefert als im Vorjahr. Schon im August wurde das Vorjahresniveau geringfügig unterschritten. Die im Sommer, insbesondere in West- und Nordeuropa, herrschende Hitzewelle dürfte das Rohstoffaufkommen gedämpft haben. Damit haben sich die steigenden Tendenzen, welche zu Jahresbeginn vorgeherrscht hatten, nicht weiter fortgesetzt.

Durch die verringerte Rohstoffandienung hat sich der Mengenvorsprung zu 2017, der zur Jahresmitte noch bei knapp 2 % lag, in der Summe von Januar bis September auf 1,3 % verkleinert. Die angelieferten Milchmengen summierten sich auf rund 1,5 Mio. t. Bis zum Jahresende dürfte sich der Vorsprung in Folge der dämpfenden Effekte aus der teils eingeschränkten Futterverfügbarkeit und -qualität weiter verringern. Die EU-Kommission geht für 2018 von einem Anstieg der Milchanlieferung um 0,8 % aus.

Im September: Uneinheitliche Entwicklungen in den Mitgliedsstaaten
In den einzelnen Mitgliedsstaaten waren im September 2018 uneinheitliche Entwicklungen zu erkennen. Dabei zeigten sich in den mengenmäßig großen Erzeugerländern zuletzt stabile bis rückläufige Tendenzen. Insgesamt bewegte sich in 13 Mitgliedsstaaten das Rohstoffaufkommen unter dem Niveau des Vorjahres. Mengenmäßig im Plus lagen hingegen überwiegend kleinere Erzeugerländer.
In Deutschland, dem mengenmäßig größten Erzeuger, lieferten die Milchviehbetriebe in etwa so viel Milch an wie im vergangenen Jahr. Zu Jahresbeginn übertraf das Rohstoffaufkommen das Vorjahresniveau noch um rund 5 %. Im September wurden hingegen lediglich 0,1 % mehr Milch angeliefert als vor Jahresfrist. In Frankreich war die Rohstoffandienung im September weiterhin rückläufig. Hier lieferten die Milcherzeuger rund 1,7 % weniger Milch an als im September 2017. Schon im August hatte sich das Plus, welches seit Jahresbeginn zu erkennen gewesen war, in einen Rückstand umgekehrt.
In Österreich hat sich der Rückstand zum Vorjahr im September noch verstärkt. Das Minus betrug zuletzt 4,9 %. Zu Beginn des Jahres lagen die erfassten Milchmengen hier noch über der Vorjahreslinie. Erst ab Juni gingen die Mengen im Vorjahresvergleich zurück. Den insgesamt stärksten Rückgang verbuchte Kroatien mit einem Minus von 7,5 %. Darüber hinaus lagen in Lettland, Malta, Portugal, Slowenien, Slowakei, Finnland und Schweden die angelieferten Mengen im September 2018 unter dem Niveau des Vorjahres. In den anderen Mitgliedsstaaten lieferten hingegen die Milcherzeuger mehr an als vor Jahresfrist. Das größte Plus verbuchte hierbei Irland mit 9,4 %.

In der Jahressumme überwiegen steigende Tendenzen
In den einzelnen Mitgliedstaaten dominierten in der Summe von Januar bis September des aktuellen Jahres steigende Tendenzen das Bild. Insgesamt war dies bei 18 Ländern der Fall. Der prozentuale Vorsprung zum Vorjahr war dabei mit 1,4 % in den Beitrittsländern leicht höher als in den alten Mitgliedsstaaten (+1,2 %). Der mengenmäßig umfangreichste Anstieg war in Deutschland zu verzeichnen. Hier wurden rund 40 % des zusätzlichen Milchaufkommens der EU ermolken. Erst mit deutlichem Abstand folgte Polen mit 0,2 Mio. t. Auf etwa gleicher Höhe lag der Mengenzuwachs mit um die 0,15 Mio. t in Polen, Frankreich, Belgien und Italien.
Rückläufige Mengen waren eher die Ausnahme und kamen zumeist nur in geringem Umfang zustande. Eine Ausnahme davon stellten jedoch die Niederlande dar. Hier ging die Anlieferung von Januar bis September, im Wesentlichen durch die zur Phosphatreduktion getroffenen Maßnahmen, um knapp 2 % deutlich zurück.

AMI