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Kammerversammlung In Oldenburg – Wetterextreme treffen viele Landwirte in Niedersachsen

30. November 2018

Am Donnerstag, 29. November, hielt die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen in Oldenburg ihre Kammerversammlung ab. Der Regen draußen passte nicht zum bisherigen Wetter in diesem Jahr, denn „Hitze und Trockenheit waren in einer Dimension, wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben, in diesem Jahr unseren ständigen Begleiter", sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje während seiner Begrüßungsrede in der Weser-Ems-Halle. Dieses Extremwetter werde sich auch in den Wirtschaftszahlen widerspiegeln, prognostizierte er.

„Wetterkapriolen" hinterließen Spuren bei den Landwirten
Dass jedoch nicht nur Hitze und Trockenheit, sondern auch andere Wetterkapriolen den Bauern zu schaffen machen, verdeutlichte Schwetje, als er die Ergebnisse für das Wirtschaftsjahr 2017/18 (1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018) vorstellte. Dieser Zeitraum sei nämlich von „nicht enden wollendem Regen" geprägt gewesen. „In der Quintessenz waren die Auswirkungen ähnlich dramatisch wie bei der diesjährigen Dürre", sagte er.
Zwar erzielten die Betriebe in Niedersachsen im Wirtschaftsjahr 2017/18 mit im Schnitt 65. 802 Euro ein besseres Ergebnis als im Vorjahr (60 .005 Euro). Dieses Ergebnis, was Schwetje als „allenfalls ausreichend" bezeichnete, sei aber „absolut keine Grundlage für eine nachhaltige betriebliche Entwicklung". Nur etwa die Hälfte der Betriebe habe es geschafft, mit 60 .000 Euro oder mehr ein auskömmliches Einkommen zu erzielen.
Dieser Meinung schließt sich der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN), Frank Feuerriegel, an: „Auch wenn das Ergebnis bei den Milchviehbetrieben über dem Vorjahreswert liegt, erwirtschafteten sie nicht genug Reserven, um eine nachhaltige Entwicklung auf ihren Höfen voranzutreiben. Daher fällt mein Blick auf diese Zahlen eher befriedigend bis schlecht aus." Der bischöfliche münstersche Offizial und Weihbischof der katholischen Kirche im Oldenburger Land, Wilfried Theising, zollt der Arbeit der niedersächsischen Landwirte Anerkennung: „Ihre Arbeit gibt unserer Gesellschaft ein großes Gefühl an Sicherheit. Täglich liefern die Landwirte uns hohe Qualität. Ihre wertvolle Arbeit kommt in der gesellschaftlichen Wahrnehmung allerdings häufig viel zu kurz."

Wirtschaftliche Situation bei den Milchviehbetrieben
Dank eines besseren Milchpreises und eines stabilen Rindfleischmarktes lag das durchschnittliche Unternehmensergebnis mit 84 .744 Euro deutlich über dem Vorjahreswert. Allerdings hatten die Betriebe laut Schwetje zuvor auch mit „drei schlechten, fast schon ruinösen Jahren" zu kämpfen.

Ökobetriebe
Bei den Ökobetrieben, zumeist Milchviehbetriebe, konnte die Kammer aufgrund der geringen Zahl ausgewerteter Betriebe nur einen Trend beschreiben. Mit einem Ergebnis von 82. 800 Euro liegen diese etwa auf dem Niveau konventioneller Milchviehbetriebe. Schwetje wies aber darauf hin, dass dies nur durch die zusätzliche ausgezahlte Ökoprämie von 240 Euro je Hektar gelingen konnte.
Ausblick
„Unsere Prognosen für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2018/19 lassen vermuten, dass sich die wirtschaftliche Lage in nahezu allen Betriebsformen verschlechtern wird", sagte Schwetje. Milch- und Schweinepreise lägen unter Vorjahresniveau und Ackerbaubetriebe dürften die Folgen der Dürre des Sommers 2018 zu spüren bekommen.

Nordwest Zeitung/LVN