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In der Kinderernährung nicht auf Milch und Fleisch verzichten

2. November 2018

Eine vegane Ernährung, also der Verzicht auf tierische Lebensmittel wie Milch, Eier, Fleisch und Fisch, kann bei Säuglingen und Kindern den Nährstoffbedarf nicht altersgerecht decken. „Nährstoffmängel können im Säuglings- und Kleinkindalter Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, aber auch schwere geistige und körperliche Fehlentwicklungen hervorrufen", sagte Oecotrophologin Franziska Klein aus Bonn auf der Fachtagung für Pädagogen in Oldenburg.

35 Erzieher und Lehrer kamen der Einladung der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Sektion Niedersachsen (DGE) nach und verfolgten den wissenschaftlichen Vortrag „Alternative Ernährungstrends im Kindesalter". Im Anschluss erhielten sie einen umfassenden Einblick in die Milcherzeugung und -verarbeitung auf dem Milchhof Diers.

Kinder sollten alles probieren dürfen
Neben der ernährungsphysiologischen Sicht zeigte Franziska Klein die möglichen sozialen Auswirkungen einer veganen Kinderernährung auf: „Wenn Kinder in der KiTa oder in der Schule nicht alles probieren dürfen, z.B. wenn andere Kinder Geburtstags-Muffins mitbringen, ist die Autonomie stark eingeschränkt." Die Oecotrophologin wies darauf hin, dass die Ernährungserfahrungen in der Kindheit das ganze Leben prägen.

Auf die Frage, welche Rolle Pädagogen in der Ernährungserziehung spielen, sind sich die Pädagogen in Oldenburg einig. Sie sehen sich in einer Vorbildrolle: „Was Eltern ihren Kindern zum Frühstück einpacken, können wir wenig beeinflussen. Wichtig ist, dass wir unsere Vorbildrolle konsequent ernst nehmen", brachte eine Erzieherin aus Cloppenburg ein. „Ich beobachte das genau: Wenn ich z.B. ein Käsebrot konsequent mit Gurken belege, ahmen mich die Kinder sehr schnell nach", berichtete die engagierte Pädagogin aus ihrem KiTa-Alltag.

Woher die Milch kommt?
Im Anschluss an eine muntere Diskussion zu Ernährungsfragen erlebten die Pädagogen eine ebenso spannende Erkundung des Milchhofes Diers. Fragen wie „Wann werden Kuh und Kalb getrennt und warum?" und „Was passiert mit den männlichen Kälbern und der Gülle?" beantwortete Hanke Diers einfühlsam und mit viel Sachverstand. In der Hofmolkerei kamen Themen wie Rohmilch, Homogenisierung sowie Mehrweg zur Sprache. Der Milchhof Diers bietet regelmäßig Hofbesuche für Kindergruppen aus KiTa und Schule an. Aktuell entsteht dort ein Bauernhof-Klassenzimmer mit 50 Plätzen.

LVN/Licher