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Preisanstieg bei Rohmilch setzt sich fort

5. Oktober 2018

Nach Schätzung der AMI zahlten die Molkereien im August im bundesweiten Mittel 34,1 Ct/kg für konventionell erzeugte Kuhmilch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Das waren rund 0,7 Ct mehr als im Monat zuvor. Der Anstieg der Milcherzeugerpreise hat sich damit den dritten Monat in Folge fortgesetzt.

Im Vergleich zum Vorjahr fiel das Wachstum jedoch schwächer aus. Damals wurden über den Sommer monatlich Zuwächse von über 1,0 Ct erzielt. Dementsprechend hat sich der Rückstand zum Vorjahresergebnis ein weiteres Mal vergrößert. Dieser belief sich im August auf 3,3 Ct.

Niedersachsen holt weiter auf
In Schleswig-Holstein stiegen die Preise mit einem Plus von rund 1,2 Ct am stärksten. Das war nicht unbedingt zu erwarten, da die Verwertung aus Butter und Magermilchpulver, an der sich viele norddeutsche Meiereien aufgrund ihres Produktportfolios orientieren, über den Sommer zurückgegangen ist. Dies konnte jedoch teils von den im kurzfristigen Geschäft gestiegenen Preisen für Schnittkäse aufgefangen werden. Mit einem Durchschnittspreis von 33,8 Ct/kg haben sich die Milcherzeuger zwischen Nord- und Ostsee in der überregionalen Tabelle um drei Plätze verbessert, nachdem sie im Monat zuvor auf den zehnten Rang zurückgefallen waren. Gut 1,0 Ct mehr erhielten die Milchviehbetriebe in Niedersachsen und in der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland. Für die niedersächsischen Milcherzeuger bedeutet dies eine weitere Verbesserung auf Platz vier. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kämpft man mit einem Schnitt von 33,0 Ct/kg noch um den Anschluss an das restliche Feld. Immerhin konnte der Rückstand gegenüber dem Bundesmittel weiter reduziert werden. Mit knapp 1,0 Ct fiel das Plus in Mecklenburg-Vorpommern ähnlich hoch aus wie in den zuvor genannten Regionen. Das Bundesland mit der ausgedehnten Seenplatte schob sich damit hinter Niedersachsen auf den fünften Rang nach oben.

Keine Änderung an der Tabellenspitze
Auf den ersten drei Plätzen gab es im August hingegen keine Veränderung. Baden-Württemberg hielt mit 35,3 Ct/kg den Vorsprung gegenüber dem Bundesmittel konstant. In Bayern hat sich dieser leicht verringert. Mit 34,8 Ct/kg haben die Milchviehhalter aus dem Freistaat ihren zweiten Platz jedoch den fünften Monat in Folge verteidigt. Auf Bronzekurs lag weiterhin Thüringen mit 34,5 Ct/kg. Diesen Platz scheinen die thüringischen Unternehmen abonniert zu haben, denn sie haben diesen im laufenden Jahr in sieben von acht Monaten eingenommen.

Kommt die Milch oder kommt sie nicht?
Mehr denn je wird der Milchmarkt von der Diskussion um die Entwicklung des Milchaufkommens bestimmt. Im wahrsten Sinne des Wortes wurde diese von der sommerlichen Hitzewelle angeheizt. Hitzestress bei den Milchkühen und eine eingeschränkte Grundfutterversorgung ließen und lassen ein regional reduziertes Rohstoffaufkommen erwarten. Phasenweise war die Milcherzeugung erheblich zurückgegangen, mit dem Herbstbeginn hat sich diese jedoch wieder normalisiert. Damit lagen die Milchmengen vor dem Hintergrund der knappen Futtersituation über den ursprünglichen Erwartungen der Marktbeteiligten, in einzelnen Wochen war es sogar zu Überschüssen gekommen. Da derzeit teils noch auf Futtervorräte aus der Ernte des vergangenen Jahres zurückgegriffen werden kann, werden sich die Auswirkungen der Trockenheit auf die Futterversorgung erst allmählich am Markt einstellen. Allerdings befinden sich die Erzeugerpreise für Rohmilch derzeit im Aufwärtstrend und langfristig betrachtet sind diese mit einem Niveau von um die 34,0 Ct/kg überdurchschnittlich hoch. Davon gehen wiederum Produktionsanreize aus und aufgrund des höheren Milchgeldes dürfte sich dem einen oder anderen Milcherzeuger die Option bieten, verstärkt auf Zukauffuttermittel zurückzugreifen. In Teilen dürfte der trockenheitsbedingte Rückgang der Milchanlieferung davon kompensiert werden.

AMI