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Gefragt und vegan – aber gesund? Pflanzlicher Ersatz für Milchprodukte boomt

14. September 2018

Mehr und mehr Menschen leben vegan – so vermitteln es uns die Medien. Auch in den Supermärkten gibt es vermehrt Ersatzprodukte für tierische Lebensmittel. Doch was steckt in Sojadrink, veganem „Käse" und Co.? Sind diese Produkte gesünder als ihre Originale? Ein Blick auf die Inhaltsstoffe hilft.

Ersatzprodukte erlebten in den letzten Jahren in Deutschland einen großen Boom. Vom Nischen- zum Trendprodukt gehypt: Allein im Jahr 2016 erzielten vegetarische und vegane Produkte in Deutschland einen Umsatz von 686 Millionen Euro. Seither brachten Nahrungsmittelkonzerne viele weitere als „vegan" gekennzeichnete Produkte auf den Markt, die den Umsatz noch einmal steigern könnten. Für Menschen, die beispielsweise an einer Milcheiweißallergie leiden, sind Lebensmittel ohne Milch aus gesundheitlichen Gründen unabdingbar. Dieser Menschengruppe ermöglichen Ersatzprodukte wie Soja- oder Haferdrink eine willkommene Alternative im Alltag, um ihren Essensplan bunter zu gestalten. Doch mittlerweile verzichten viele, vor allem junge Menschen ohne medizinischen Grund auf tierische Produkte, da sie der Meinung sind, damit gesünder zu leben. Allerdings sehen Experten und Organisationen, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), die vegane Ernährung eher kritisch. Warum? Sie kann einen Nährstoffmangel verursachen. Häufig fehlt es bei den Verbrauchern durch den Verzicht auf tierische Produkte an B-Vitaminen. Ausgleichen können Verbraucher dies nur durch Nährstoffpräparate und künstlich angereicherte Lebensmittel. Stillenden, Schwangeren, Säuglingen, Kindern und Jugendlichen raten Experten komplett von einer veganen Ernährung ab.

Getreidedrinks statt Kuhmilch?
Trotz einer veganen Ernährung mag so mancher nicht komplett auf den Geschmack von Milch und Milchprodukten verzichten, weswegen es eine Vielzahl an Ersatzprodukten im Supermarkt gibt. Die meisten Ersatzprodukte für Milch basieren auf Getreide wie Hafer. Doch mit über 90 Prozent ist Wasser der größte Bestandteil. Um den Flüssigkeiten dennoch eine milchige Konsistenz zu geben, werden Stabilisatoren als Verdickungsmittel beigemengt. Außerdem mischen die Nahrungsmittelkonzerne noch Vitamine und Mineralstoffe künstlich zu, damit ein gesundheitlicher Mehrwert für diese Produkte entsteht. Doch ob diese Nährstoffe für unseren Körper genauso gut verfügbar sind, wie die in den natürlichen Milchprodukten, konnte bis jetzt noch keine Studie eindeutig belegen. Trotzdem hat sich der wöchentliche Konsum von Sojadrinks und daraus hergestellten Produkten zwischen 2010 bis 2016 fast verdoppelt.

„Käse" ohne Milch?
Auch für Käse gibt es im Kühlregal eine immer größere Auswahl an Ersatzprodukten. Alles andere als nachhaltig: Diese werden aus Fetten wie Kokosöl oder Palmfett hergestellt, dessen Anbau mittlerweile sehr umstritten ist. Zudem sind die Fettsäurezusammensetzungen aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht günstig, da sie zu großen Teilen aus den ungesunden gesättigten Fettsäuren bestehen. Außerdem kommen Aroma- und Konservierungsstoffe, sowie Salz in das Produkt, um den charakteristischen Käsegeschmack zu erzeugen. Doch aus gesundheitlicher Sicht fehlen derartigen Produkten oftmals wichtige Nährstoffe, wie zum Beispiel Magnesium, und sie enthalten häufig, bei vergleichbarem Kaloriengehalt, mehr Salz als das Originalprodukt.

Milchprodukte gehören täglich auf den Speiseplan
Auch ohne großes Expertenwissen fällt auf, dass die Ersatzprodukte für Milch und Milchprodukte laut der Zutatenliste und Herstellungsweise eher einem Chemie-Experiment gleichen, als einem natürlichen Lebensmittel. Zwar sind sie generell weder besser noch ungesünder als die Originale, aber eindeutig hochverarbeitet. Letztendlich sollte jeder Verbraucher auf eine ausgewogene Mischkost achten und auf regionale sowie saisonale Produkte zurückgreifen. So nimmt der Körper nicht nur mehr Nährstoffe auf, sondern so kann der Verbraucher auf überteuerte und hochverarbeitete Ware verzichten. Auch laut den zehn Regeln der DGE sollten Milch und Milchprodukte täglich auf dem Speiseplan stehen.

VZ NRW/DGE/BLE/LVN/Bodenhagen