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Der Deutsche Butter- und der Käsemarkt. Im Aufwind?

13. April 2018

Der Bedarf der Verbraucher an Butter nimmt nach den Feiertagen üblicherweise ab, da teils noch Ware aus den vor Ostern getätigten Einkäufen vorhanden ist. Insgesamt bewegte sich der Warenausgang jedoch in der vergangenen Woche auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau. Die Nachfrage nach abgepackter Butter fiel nach Ostern schwächer aus als Ende März. Vor Ostern rief der Lebensmitteleinzelhandel noch rege Ware ab, danach beruhigte sich die Nachfrage, wie von den Herstellern erwartet, wieder.

In preislicher Hinsicht war die Lage sowohl auf Molkerei-, als auch auf Verbraucherebene unverändert. An der Butter- und Käse-Börse in Kempten wurde die Notierung für geformte Ware daher in einer unveränderten Spanne von 4,96 bis 5,04 EUR/kg festgestellt.
Ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter im Preiseinstiegssortiment kostete in der Berichtswoche nach wie vor 1,59 EUR. Markenware konnten die Verbraucher in Aktionen des Lebensmitteleinzelhandels zwischen 1,45 bis 1,79 EUR je Päckchen erwerben.
Überdurchschnittliche Preisanstiege sind bei Blockbutter zu verzeichnen: Der Geschäftsverlauf am Markt für Blockbutter hat sich Anfang April wieder deutlich belebt. In den Osterferien wurde Blockbutter ruhig gehandelt, da sich viele Marktakteure noch im Urlaub befanden. In der Berichtswoche sind diese an den Markt zurückgekehrt. Dadurch belebte sich die Nachfrage nach Blockware deutlich. Auch die wieder anziehenden Preise auf der Fettseite dürfte das Kaufinteresse zuletzt zusätzlich geweckt haben, sodass Butter in der EU insgesamt gesucht wurde. In der Befürchtung weiterer Preisanstiege schlossen viele Einkäufer neue Geschäfte ab, um sich das derzeitige Preisniveau zu sichern.
Die Preise für Blockbutter lagen in der Berichtswoche deutlich über dem Niveau der Vorwoche. Die Erlösmöglichkeiten für die Hersteller waren dadurch bei der Blockware zuletzt wieder besser als bei abgepackter Ware. Im Zuge dessen wurde die Notierung am 11.04.18 gegenüber der Vorwoche um im Schnitt 55 Ct auf 5,20 bis 5,70 EUR/kg angehoben. Damit zeigte sich erneut ein Anstieg, wie er auch im Rekordjahr 2017 stellenweise zu verzeichnen war.
Der Markt für Schnittkäse zeigte sich in der ersten Aprilhälfte, bezogen auf den Absatz, weiter in sehr stabiler Verfassung. Die Ware floss sowohl im In- als auch im Ausland umfangreich ab und seitens der Hersteller wurde von einer fortgesetzt regen Nachfrage berichtet. Die Absätze in Richtung Lebensmitteleinzelhandel bewegten sich auf einem für die Zeit nach den Osterfeiertagen normalen Niveau, auch wenn sie im Vergleich zur Vorosterzeit durch den fehlenden Auslieferungstag etwas schwächer ausfielen. Mit den Abrufen der Industrie sowie des GV-Bereiches waren die Hersteller ebenfalls zufrieden. Die Exporte von Schnittkäse in andere Mitgliedstaaten der EU bewegten sich in saisonal üblichem Umfang. Lieferungen in Richtung Südeuropa verliefen durch die dort beginnende Urlaubssaison lebhafter. Darüber hinaus ging auch Pasta Filata weiterhin sehr rege in den Markt. Bei Drittlandsexporten floss die Ware umfangreich ab. Hier wurden vor allem die zu Jahresbeginn geschlossenen Kontrakte ausgeliefert.
Im Zuge des hohen Warenausganges gingen die Bestände in den Reifelagern zurück und fielen für die Jahreszeit nach wie vor recht niedrig aus. Die Ware wurde dementsprechend vergleichsweise jung ausgeliefert. Trotz der hohen Auslastung der Käsereien standen sich am Käsemarkt Angebot und Nachfrage nur knapp ausgeglichen gegenüber. Vor allem kurzfristige Anfragen konnten nicht immer bedient werden.
Im April wurden im kurzfristigen Geschäft weitere Preiserhöhungen umgesetzt. Dies kam auch in den aktuellen Notierungen zum Ausdruck. In Hannover wurden die Spannen für Block- und Brotware am 11.04.18 im Tagespreis jeweils auf 2,70 bis 2,90 EUR/kg angehoben. Das waren bei Blockware 5 Ct und bei Brotware im Mittel 7,5 Ct mehr als eine Woche zuvor. Bei den langfristigen Kontrakten zur Lieferung von Käse in Richtung Lebensmitteleinzelhandel sind hingegen im April die Molkereiabgabepreise größtenteils zurückgegangen. Im Zuge dessen sanken zum Monatsbeginn die Ladenpreise im Einstiegssegment bei vielen Artikeln im Käsesortiment.
Abschlüsse, die bereits für Mai zustande kamen, waren preislich uneinheitlich. Teils konnten höhere Forderungen durchgesetzt werden, teils blieben die Preise auch unverändert. Obwohl im kommenden Monat wieder mehr Milch erwartet wird, tendierten die Preise damit dennoch mindestens stabil. Hierzu dürften auch die festen Entwicklungen am Fettmarkt beigetragen haben.

AMI/LVN