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Butter – der gesunde Luxus?

8. September 2017

Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) zieht Vergleich zwischen der Lohnentwicklung und der Preisentwicklung von Nahrungsmitteln: Hier entdeckt man schnell, dass bei steigenden Löhnen immer weniger Geld für Nahrungsmittel aufgebracht werden muss. Während in Deutschland 1960 Arbeitnehmer noch 39 Minuten für ein Stück Butter (250 g Ziegel) arbeiteten, waren es 2009 nur noch 4 Minuten (Daten aus einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft – kurz IW). Anders: Die Verbraucherpreise für Butter sind im Verhältnis zu den Lohnsteigerungen deutlich moderater gestiegen.

Die enormen Effizienzsteigerungen, die Innovationskraft in der Landwirtschaft und der weiterverarbeitenden Industrie bilden wichtige Faktoren für den Wohlstand unserer Gesellschaft. Der kontinuierliche Verbesserungsprozess in der gesamten Wertschöpfungskette ist Garant für die sichere und qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Grundnahrungsmitteln.
Während die Löhne kontinuierlich stiegen, schwankt die Erlössituation für Milchprodukte ständig. Vielfach belasteten diese Schwankungen, insbesondere in Niedrigpreisphasen, die Einkommen auf den Milchviehbetrieben. Den über lange Strecken eher moderaten Preis für Milchprodukte erreichte der Markt häufig durch Kosteneinsparungen und den stetigen Druck zu mehr Effizienz bei Molkereien und Erzeugern. Die Folge: Weniger spezialisierte Betriebe zwang diese Konstellation zum Anpassen der Betriebsstrukturen, Umstrukturieren oder zur Betriebsaufgabe.
Butter gewinnt an Wertschätzung: Dank positiver wissenschaftlicher Ernährungs-Studien erfahren Milchfette eine „neue" Wertschätzung. Verbraucher greifen vermehrt zum regionalen, natürlichen und qualitativ hochwertigen Küchenallzweckgenussmittel Butter oder zum butterbasierten Mischstreichfett. Während der Butterkonsum in den vergangenen Jahren konstant blieb, gewannen Mischstreichfette an Fahrt: Milchfett in Form von Butter und Mischstreichfetten hat Margarine als liebstes Streichfett der Deutschen abgelöst.
Die gute Nachfrage nach Milchfett führt trotz Marktschwankungen dazu, dass der Preis im Mittel der letzten Jahre gestiegen ist: 1950 zahlte der Verbraucher 71 Cent für ein 250 Gramm-Stück Butter, 2000 bereits 95 Cent und in diesen Tagen zahlt er rund 1,99 Euro – das entspricht einem Preisanstieg von 112 Prozent – in 67 (!) Jahren.
Wie sich der aktuelle Preisanstieg auf das Portemonnaie des Verbrauchers auswirkt, zeigt folgende Grafik. Bezieht man den Pro Kopf Verbrauch in die Kostenbetrachtung ein, so wird sehr schnell deutlich, dass die aktuellen Preiserhöhungen die Verbraucher nur moderat belasten.
Butter jetzt erst auf dem Preisniveau der Mischstreichfette: Obwohl die Mischstreichfette im Vergleich zur Butter sehr hochpreisig sind, haben sie sich am Markt etablieren können (Preise zwischen 1,49 – 1,89 € für 250 g). Die Natürlichkeit und der ernährungsphysiologische Wert von Milchfett ist mittlerweile unbestritten, deshalb meint die LVN: Endlich bekommt Butter den Preis, der ihr zusteht – definitiv unterstützenswert. Ein angemessener Preis, der dem tatsächlichen Wert einer nachhaltigen Erzeugung und Produktion gerecht wird.

LVN