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"Analogkäse"

17. April 2009

Für einigen Wirbel in den Medien hat in den vergangenen Tagen der Begriff des "Analogkäses" gesorgt. Dieser Begriff steht für Käseimitate, die zwar aussehen wie Käse, die aber kein Käse sind, weil bei ihnen ein oder mehrere Milchinhaltsstoffe durch Fremdstoffe ersetzt wurden.

Nach einer EU-Verordnung sind die milchwirtschaftlichen Begriffe wie "Milch", "Käse", "Butter" usw. seit 1987 ausschließlich den entsprechenden Milcherzeugnissen vorbehalten. Eine Verwendung dieser Begriffe für Produkte, die nicht den klar definierten Milcherzeugnissen entsprechen, ist verboten. Ein Produkt, das z. B. im traditionellen Käsereiprozess hergestellt wird, bei dem aber das Milchfett teilweise oder vollständig durch Pflanzenfett ersetzt wurde, darf nicht als Käse bezeichnet werden.
Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. und die anderen milchwirtschaftlichen Verbände haben in der Vergangenheit die Kennzeichnung von Milcherzeugnissen genau beobachtet und Verstöße gegen die "Bezeichnungsschutzverordnung" (seit November 2007 über die VO (EG) Nr. 1234/2007 geregelt) erfolgreich anmahnen können. Dies gilt für Produkte, die über den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet werden. Bei Produkten im LEH kann der Verbraucher daher mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass auch "Käse drin ist", wo "Käse drauf steht".
Schwieriger ist es bei weiterverarbeiteten Produkten, die offen in der Gastronomie angeboten werden. Hier bleibt die korrekte Bezeichnung bei der Verwendung von Käseimitaten oft auf der Strecke. Die Hersteller deklarieren ihre Produkte zwar korrekt z. B. als "Pizzabelag" oder "Lebensmittelzubereitung aus Magermilch und Pflanzenfett", auf der Speisekarte oder dem Preisschild erscheint aber offensichtlich oft "Käse". Hier ist die Lebensmittelüberwachung gefordert, um eine korrekte Kennzeichnung durchzusetzen.
Beim Kauf von Fertiggerichten und Pizzen aus der Tiefkühltruhe kann der Verbraucher sich selber schützen, indem er sich die Deklaration der Inhaltsstoffe genau ansieht. Wenn die Optik ein mit Käse überbackenes Produkt suggeriert und im Zutatenverzeichnis an Stelle von Käse Begriffe wie Pizzabelag auf Milchbasis, Milcheiweiß oder Pflanzenfett erscheinen, hat man mit großer Sicherheit ein so genanntes Käseimitat vor sich.
Beim Einkauf von Käse an der Käsetheke oder im SB-Regal kann der Verbraucher nach unserer Einschätzung aber sicher sein, dass er "echte" Produkte kauft. Auf der sicheren Seite ist er insbesondere bei den sogenannten Standardsorten. "Standard" signalisiert hierbei nicht "08/15-Ware" im Gegensatz zu Premiumprodukten, sondern steht für nach der Käseverordnung klar definierte und amtlich überwachte Produktqualität. Bei Gouda, Edamer, Tilsiter, Wilstermarschkäse, Butterkäse und Speisequark aus Niedersachsen kann der Verbraucher beruhigt zugreifen. Das gleiche gilt natürlich auch für die Käsespezialitäten der niedersächsischen Molkereien.

LVN/Fritsch