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Milch - das am besten untersuchte Lebensmittel

Milch - das am besten untersuchte Lebensmittel!

Diese Behauptung trifft absolut zu. In Niedersachsen wird die Milch jedes Milchlieferanten in der Regel siebzehn Mal pro Monat kontrolliert - dies ist häufiger, als es der Gesetzgeber vorschreibt.

Rohmilch ist ein sensibles Produkt. Die Muttermilch aller Säugetiere verfügt über eine ideale Nährstoffzusammensetzung, um den neugeborenen Nachwuchs mit allem zu versorgen, was er zum Wachstum benötigt. Dieses Milieu stellt jedoch bei falscher Hygiene bei der Erzeugung von Rohmilch und deren Verarbeitung zu Milchprodukten auch für unerwünschte Keime optimale Wachstumsbedingungen dar. Auch Rückstände von z.B. Reinigungs- und Desinfektionsmitteln könnten Milch verunreinigen. Aus diesem Grund unterliegt die Milch auf ihrem Weg von der Kuh bis zum Verbraucher wie kaum ein anderes Lebensmittel einer Vielzahl an Hygienemaßnahmen, Untersuchungen und Kontrollen.


Dazu gehören gesetzliche Kontrollen, die z.B. durch die Milchgüte-Verordnung festgelegt sind und solche Untersuchungen, die im Rahmen der Eigenkontrolle auf den landwirtschaftlichen Betrieben und in der verarbeitenden Molkerei vorgenommen werden.


Die Sicherstellung der besten Qualität beginnt bereits beim Futter der Tiere. Eine gezielte Futtermittelkontrolle sorgt dafür, dass die Milchkühe nur einwandfreies Futter ohne Rückstände und Verunreinigungen bekommen. Die Tiere selber werden durch den Landwirt ständig hinsichtlich ihrer Gesundheit beobachtet und bei Krankheit von einem Tierarzt behandelt.

Schon mit der Abholung der Milch durch den Milchsammelwagen (MSW) werden Proben für die Untersuchungen im Labor gezogen. In der Molkerei wird der Milchsammelwagen erst dann abgetankt, wenn ein Schnelltest erwiesen hat, dass keine Rückstände von Tierarzneimitteln enthalten sind. Außerdem wird über ein aufwändiges Poolprobensystem (=Mischproben aus definierten Milchmengen, Niedersachsen) auf eine Vielzahl von Rückständen und Verunreinigungen untersucht. Wenn in einer Poolprobe Auffälligkeiten festgestellt werden, werden die dazu gehörenden Rückstellproben der einzelnen Milchlieferanten untersucht, um den Verursacher herauszufinden. Im Zuge der Poolprobenuntersuchungen werden z.B. in Niedersachsen jedes Jahr ca. 2.000 Poolproben auf verschiedene Parameter untersucht (siehe Tabelle).

 Ein weiterer Bestandteil der Qualitätsüberwachung sind Untersuchungen auf Ebene der Stapeltanks (Rohmilcheingang) bei den Molkereien.
Daneben werden in den molkereieigenen Laboren die Rohstoffe sowie die erzeugten Produkte ständigen Untersuchungen hinsichtlich der mikrobiologischen, chemischen und sensorischen Qualität unterzogen. Bei Butter und Käse finden zudem umfangreiche Kontrollen unter Aufsicht der amtlichen Überwachungsstellen statt.
Wie gesagt: über die Milch ist vom Euter bis zum fertigen Produkt ein Netz von Untersuchungen gespannt.