Nachhaltige Milchwirtschaft

Nachhaltigkeit in der Milchwirtschaft

Die Studie „Status-quo-Analyse ausgewählter Nachhaltigkeitsaspekte der Milcherzeugung in Niedersachsen" ist auf der Website des Thünen-Instituts abrufbar.

Warum ist das Thema Nachhaltigkeit für Niedersachsens Molkereien und Milchbauern so wichtig?

Käse Salzbad

In Niedersachsen ist die Milchwirtschaft zu Hause. Vom Harz bis an die Nordsee und von der Elbe bis zur Ems ist das Land geprägt durch seine Land- und Milchwirtschaft. Die Milchwirtschaft spielt, vor allem in den Grünlandregionen, bis heute eine bedeutende Rolle. Der Erhalt dieser Regionen mit ihrer funktionalen Vielfalt für die Milchwirtschaft einerseits und für den Natur- und Umweltschutz andererseits ist für Niedersachsen von großer Bedeutung. Die Milchwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Niedersachsen: 25 milchverarbeitende Betriebe, Europas größte Käserei und 10.000 Milcherzeuger schaffen Arbeitsplätze und sichern die Versorgung der Menschen mit gesunden Milch und Molkereiprodukten. Das erklärt, warum sich gerade die niedersächsische Milchwirtschaft mit den klimatischen und umweltbezogenen Belangen ihrer Wirtschaftsweise befasst, insbesondere aber auch die Aspekte Tierwohl und Soziales im Blick behält.

Hintergrund zur Nachhaltigkeitsdebatte in der Milchwirtschaft

Auf dem Weltmilchgipfel 2009 in Berlin und 2010 in Auckland (Neuseeland) wurde das Thema Nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt der Diskussionen gestellt. Sieben internationale und regionale Organisationen der Milchwirtschaft, u.a. die IDF (International Dairy Federation) und die SAI (Sustainable Agricultural Initiative Platform) unterzeichneten 2009 eine Globale Agenda zum Klimawandel, die eine Selbstverpflichtung der Milchwirtschaft zum nachhaltigen Handeln, v.a. zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in allen Bereichen und zum Aufbau von Forschungsnetzwerken beinhaltet1. Aktuell hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) beschlossen, innerhalb eines Programms zur Innovationsförderung und entsprechend der "Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" der Bundesregierung, innovative Projekte für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Milchwirtschaft zu fördern2. Der Trend zeigt deutlich, dass die Wichtigkeit des Themas Nachhaltigkeit bei verschiedenen Entscheidungsträgern erkannt wurde und nun an passender Stelle in der Wertschöpfungskette Milch aufzugreifen und entsprechend umzusetzen ist. So hat die IDF zusammen mit der FAO eine Berechnungsgrundlage erstellt, nach der ein sogenannter CO2-Fußabdruck für Milch und Milchprodukte einheitlich berechnet werden kann.

Quellen

1 IDF (International Dairy Federation) (Hrsg.) (2009): Aufruf - Globale Agenda zum Klimawandel.
Zu finden unter www.dairy-sustainability-initiative.org/Public/ListPage.php?ID=74

2 BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) (Hrsg.) (2010): Richtlinie über die Förderung von Innovationen für eine klimaeffiziente und ressourcenschonende Produktion von Milch und Milcherzeugnissen im Rahmend des Programms zur Innovationsförderung. Berlin.
Weitere Informationen unter: www.ble.de/innovationsfoerderung

3 IDF (International Dairy Federation) (Hrsg.) (2010): A common carbon footprint approach for dairy - The IDF guide to standard lifecycle assessment methodology for the dairy sector.
Zu finden unter www.idf-lca-guide.org/Public/en/LCA+Guide/Introduction