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Fast 70 Prozent der Butter-Käufer favorisieren regionale Herkunft

19. Mai 2017

Im Frischesegment wird überraschend viel Geld für Lebensmittel in die Hand genommen, so lautet das Fazit einer durch das Bundeszentrum für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BfELV) beauftragten Befragung. Geschmack und Frische stehen bei den Verbrauchern im Vordergrund. Zudem gibt es die Bereitschaft für regionale Produkte mehr Geld auszugeben als für ökologisch hergestellte Lebensmittel, so das BfELV. Dieses nahm auch die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten unter die Lupe.

Nachdem die Nachfrage nach Bio-Produkten zuletzt deutlich stieg, ist der Import von Bio-Produkten auf dem deutschen Markt ebenfalls gewachsen. Vielerorts gerieten die importierten Produkte in die Kritik. Denn auch wenn der Anbau Umwelt und Ressourcen vor Ort schont, so bewirkt doch der Transport über teilweise Tausende von Kilometern einen hässlichen Knick in der Ökobilanz. Bei den Verbrauchern etablierten sich teilweise konventionell erzeugte Lebensmittel aus der Region als nachhaltige Alternative. Die Befragung des BfELV überprüfte diese Theorie jetzt in der deutschen Gesellschaft.

Beispielsweise ergab die Befragung, dass Bio-Lebensmittel in Städten populärer als auf dem Land waren und regionale Lebensmittel auf dem Land am beliebtesten waren. Möglicherweise ist dies ein Verweis auf den geringeren regionalen Bezug in der Großstadt – laut des BfELV. Die preisbewussten Regional-Käufer zeichneten sich dabei durch einen überdurchschnittlichen Anteil an Käufern im Alter von 41 bis 60 Jahren und durch eine überdurchschnittlich lange Wohndauer in ihrer Region (41 bis 50 Jahre) aus.

Die „Regionalität" der Lebensmittel betrachtete die Studie als „jungen" Begriff, der den Markt noch nicht ganz durchdrungen hat und der nicht einheitlich definiert ist. Auch stehen keine größeren Skandale mit regionalen Lebensmitteln in Verbindung, wie das bei Öko-Produkten in der Vergangenheit häufig der Fall war. Daher besteht seitens der Konsumenten eine hohe Kauf- und Zahlungsbereitschaft für regionale Lebensmittel.

Das ergab die Befragung zu Milch und Milchprodukten: Elf Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die regionale Herkunft von Milchprodukten besonders wichtig ist. Damit liegen Milchprodukte vor Eiern (sieben Prozent) und Getreideprodukten (sechs Prozent). Allerdings deutlich hinter Fleisch- sowie Wurstprodukten (26 Prozent), Obst (25 Prozent) und Gemüse (21 Prozent). Für acht Prozent der Befragten war die ökologische Produktionsweise von Milchprodukten besonders wichtig. Auch hier liegen Milchprodukte vor Eiern (sieben Prozent) und Getreideprodukten (sechs Prozent). Allerdings auch wieder deutlich hinter Fleisch- sowie Wurstprodukten (22 Prozent), Obst und Gemüse (beide 20 Prozent).

Butter: Im Schnitt waren die Befragten bereit einen Euro mehr für Butter aus regionaler Herkunft zu zahlen. Für Deutsche Butter zahlen die Befragten im Schnitt gerne rund 90 Cent mehr. Hingegen zahlen die Befragten im Schnitt nur rund 20 Cent mehr für Butter aus dem Nachbarland. Die tatsächliche Kaufentscheidung fiel bei knapp über 40 Prozent der Befragten zugunsten der günstigsten konventionell erzeugten Butter aus, die teuerste Variante kauften immerhin 18 Prozent der Befragten. Außerdem achten 66 Prozent der Butter-Käufer gleichermaßen auf den Preis sowie die regionale Herkunft der Butter.

Die Befragung kam zum dem Ergebnis: Es bestehen keine Zweifel daran, dass der seit einigen Jahren zu beobachtende Trend zu regionalen und zu ökologischen Lebensmitteln weiter anhalten wird. Die in beiden Bereichen seit einigen Jahren bestehenden Angebotsengpässe können die Landwirtschaft und die Verarbeitungsindustrie nur gemeinsam überwinden.
Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz/LVN/Gräflich