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Serie: Die Landköchinnen von Landgemachtes

21. April 2017

An dieser Stelle möchten wir Ihnen eine weitere aktive LandKÖCHIN unseres Online-Rezeptportals www.landgemachtes.de vorstellen. Jutta Horsink lebt in der Grafschaft Bentheim. Dort arbeitet sie zusammen mit ihrem Ehemann und dem Sohn auf dem eigenen Milchviehbetrieb. Vor ihrer Karriere als Landgemachtes-YouTuberin hat Jutta für den Kanal My KuhTube schon Kochvideos gedreht. Im Interview wollen wir mehr über die sympathische Hauswirtschafterin erfahren.

Liebe Jutta, wie haben Sie sich gefühlt, als Sie gefragt wurden, bei Landgemachtes teilzunehmen?
Ich fand es spannend teilzunehmen, besonders auch neue Leute kennenzulernen. Ich hatte vorher schon probiert auf My KuhTube Kochvideos zu drehen, aber dies hatte zuhause nicht geklappt.

Was erhoffen Sie sich durch die Teilnahme bei Landgemachtes?
Ich möchte anderen den Spaß am Kochen vermitteln. Dies geht besonders gut mit einfachen Rezepten.

Sie bewirtschaften mit Ihrer Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb. Wer arbeitet dort alles mit und wie viele Tiere halten Sie?
Gemeinsam mit meinem Mann und meinem Sohn bewirtschaften wir den Betrieb. Mein Sohn hat diesen übernommen und ist der Betriebsleiter. Des Weiteren arbeiten drei Aushilfen mit, von denen einer demnächst übernommen wird, um die 170 Kühe und 130 Nachzuchten zu versorgen. Hinzu kommen noch Hund, Katze und Maus.

Steht bei Ihnen nicht auch eine ganz besondere Kuh?
Ja, Sie meinen unsere Goldene Olga, die wir 2003 gewonnen haben.

Sie haben eine Ausbildung zur ländlichen Hauswirtschafterin abgeschlossen. Was schätzen Sie an der ländlichen Hauswirtschaft besonders?
Als ich meine Ausbildung begonnen habe, hieß diese noch ländliche Hauswirtschaft. Heute ist sie allgemeiner und nennt sich nur noch "Hauswirtschaft" ohne zwischen ländlicher und städtischer Hauswirtschaft zu unterscheiden. In den zwei Jahren meiner Ausbildungszeit habe ich nicht nur die Aufgaben im Haus erlernt, sondern musste auch Schweine füttern oder Kühe melken. Außerdem gab es den Gartenbau. Der Anbau von Gemüse und Obst hat mir sehr gefallen. Ich schätze besonders an der ländlichen Hauswirtschaft das gemeinsame miteinander auskommen. Das ist super!

Was kochen Sie am liebsten?
Ich koche gerne schnell, einfach und gesund und mit viel Gemüse. Wenn sich Besuch ankündigt, mag ich es aber auch gerne komplizierter. Dann darf es auch mal ein 3-Gänge-Menü sein. Großen Wert lege ich auf gute Zutaten, auch die Resteverwertung liegt mir am Herzen. Ich achte darauf, dass nichts unnötig weggeschmissen wird. Wenn etwas überbleibt, mache ich zum Beispiel einfach ein bisschen Gemüse dazu und schon ist es eine leckere Mahlzeit.

Was ist für Sie das besondere an Ihrer Heimat, der Grafschaft Bentheim?
Die Grafschaft ist ein kleiner Landkreis. Er ist sehr naturnah und umfasst viele Radwege. Hierfür wurde er sogar als fahrradfreundlichster Landkreis in Niedersachsen ausgezeichnet. In meiner Heimat gibt es verschiedene Landschaften. Die Moore, die Heide und die vielen Wälder zeichnen die Grafschaft Bentheim aus und machen sie besonders. Auch, dass bei uns in der Familie und auch in der Nachbarschaft noch platt gesprochen wird, ist zu erwähnen. Auch unsere Kinder verstehen platt, auch wenn sie es weniger sprechen. Es ist wichtig diese Sprache zu erhalten.

In der Küche der Grafschaft Bentheim kennt man einige regionale Spezialitäten. Welche Gerichte sind typisch und woher stammen sie?
Bei uns gibt es, wie auch in anderen Regionen die Hochzeitssuppe. Zu Feierlichkeiten wird diese immer zubereitet. Eine besondere Tradition ist es hier, dass nach dem Kloatscheeten, eine Art Boßeln, Grünkohl auf dem Tisch steht. In Form eines Eintopfes wird er mit Kartoffeln serviert.

Wenn Sie nicht gerade auf dem Milchviehbetrieb arbeiten, fahren Sie gerne Fahrrad. Was war Ihre längste Fahrradtour? ... und wie groß war Ihr Muskelkater danach?
Einmal im Jahr machen wir Frauen des Kegelclubs eine Fahrradtour. Übers Wochenende fahren wir dann schon so 140-160 km. Einen Muskelkater habe ich danach nicht, aber der Po tut dann schon weh.

Nebenberuflich sind Sie Mitglied im Gemeinderat. Für welche Schwerpunkte setzen Sie sich in Ihrer Region ein?
Wir sind nur ein kleiner Gemeinderat. Wir sind ja auch nur eine kleine Gemeinde von 600 Einwohnern.
Im Gemeinderat ziehen alle an einem Strang. Ich versuche besonders die Landwirtschaft zu unterstützen. Diese soll nicht im landwirtschaftlichen Ausbau behindert werden und wichtig ist mir ebenfalls, dass unsere Gemeinde wächst.

Außerdem sitzen Sie im Fachausschuss der Landfrauen. Welcher Ausschuss ist das genau und welche Aufgaben haben Sie dort?
Der Fachausschuss der Landfrauen gliedert sich in zwei Fachausschüsse. Der erste beschäftigt sich mit der Politik, der zweite ist der der Familie und Gesellschaft. Dem zweiten sitze ich bei. Einmal im Jahr treffen wir uns und es werden aktuelle Themen behandelt und das, was den Landfrauen auf dem Herzen liegt. Während des Ausschusses gibt es immer auch einen Vortrag zu aktuellen Themen. Letztes Mal behandelte dieser beispielsweise das Thema des vegetarischen Lebens. Die neuen Informationen trage ich dann weiter in unsere Vereine und berichte dort von den Neuerungen.

In der Familie sind Sie nicht der einzige You-Tuber. Auch Ihr Sohn Gerd filmt schon seit einigen Jahren fleißig für MyKuhTube. In dem einen oder anderen Video sind auch Sie zu entdecken. War das der Auslöser sich bei Landgemachtes einzubringen?
Wie gesagt, hatte ich schon vorher die Intention Rezepte durch Videos vorzustellen. Durch Landge-machtes kann ich jetzt den Zuschauern die Freude am Kochen vermitteln.

Haben Sie vor dem Videodreh Lampenfieber? Mit welchem Trick beruhigen Sie sich vor der Kamera?
Das Lampenfieber hält sich in Grenzen. Die Rezepte, die ich vor der Kamera koche, koche ich vorher auch zuhause noch einmal, damit ich genau weiß, welche Geräte ich brauche und damit beim Filmen dann alles parat liegt. Denn während des Drehs wegzugehen, um fehlendes zu holen, ist nicht gut. Ich plane alle Arbeitsschritte vorher durch. Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Und dann vor dem Dreh die Ruhe bewahren, noch einmal tief durchatmen und los geht's.

LVN/Krispin/Böhme