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Düngeverordnung: Erhebliche Folgen für Milchviehbetriebe

21. April 2017

Die Reduzierung des zulässigen Phosphat-Überschusses von 20 kg auf 10 kg im sechsjährigen Durchschnitt könne erhebliche Folgen für Milchviehbetriebe haben. Daran erinnert die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Zudem werde ab 2018 in zwei Schritten die Stromstoffbilanz eingeführt, mit welcher die Zu- und Abfuhr von Nährstoffen eines Betriebes gegenübergestellt werden. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, so die Kammer, die Phosphorgehalte der Futtermittel zu kennen, um die Bilanz kalkulieren zu können.

Auch für die Düngung müssten die Gehalte bekannt sein, um den Phosphorentzug über das Erntegut berechnen zu können. Die Experten der Kammer empfehlen den Rinderbetrieben deshalb, auch die Silagen auf Phosphor zu untersuchen und keine Tabellenwerte zu nutzen. Im vergangenen Jahr seien weniger als 28 % der Gras- und nicht einmal 14 % der Maissilagen auf diesen Nährstoff untersucht worden. Untersuchungen zeigten jedoch, dass insbesondere bei der Grassilage erhebliche Schwankungen vorkämen.

Im vergangenen Jahr variierte der Phosphorgehalt im ersten Schnitt bezogen auf ein Kilogramm Trockenmasse (TM) laut Kammerangaben bei der Grassilage von 1,49 bis 6,29 und bei der Maissilage von 1,39 bis 3,3 g. Für die Berechnung des Nährstoffanfalls in der Düngeverordnung seien für die Maissilage 2,2 g und für die Grassilage 3,3 g/kg TM unterstellt. Auch bei Getreide könnten die tatsächlichen Phosphorgehalte über den ausgewiesenen Durchschnittswerten liegen. Deshalb sei eine Analyse für eine bedarfsgerechte Versorgung von Tieren und Pflanzen unabdingbar.

Der Kammer zufolge hat eine Kuh mit einer Leistung von 30 kg Milch am Tag einen Bedarf von etwa 3,6 g Phosphor je Kilogramm Gesamttrockenmasse. Aktuelle Auswertungen des Vereins Futtermitteltest zeigten jedoch, dass der deklarierte Phosphorgehalt von mehr als 1 200 Milchleistungsfuttern im Mittel 6,5 g/kg betrage. Bestehe ein Überschuss, so könne dieser reduziert werden, indem phosphatfreie oder -arme Mineral- oder Leistungsfuttermittel eingesetzt würden, erläuterte die Kammer. Ihr zufolge gelangt mit dem zugekauften Futter mehr Phosphor in die Betriebe als mit Milch und Fleisch abgeführt wird.

AgE - topagrar