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Hofschild für Silberne-Olga-Preisträger Rolfers in Herzlake

13. April 2017

Großer Bahnhof in Herzlake im Emsland: Am 07. April 2017 wurde auf dem Betrieb der Familie Rolfers, die im Winter 2016 mit der Silbernen Olga im Milchlandpreis 2016 ausgezeichnet wurden, das attraktive Hofschild aufgehängt, welches vom Vorstand der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) Herbert Heyen als Anerkennung der herausragenden Arbeit des Betriebes im Rahmen einer Feierstunde in Anwesenheit des Mitglieds des Europäischen Parlaments Jens Gieseke sowie des Mitglieds des Bundestags Albert Stegemann und weiterer zahlreicher Ehrengäste überreicht wurde und über diesen Erfolg informiert.

"Die Jury war auf dem Betrieb bei ihrem ganztägigen Audit von der sehr gut geführten Milchviehherde beeindruckt. Hier sind die Kühe die Nutznießer des Nachhaltigkeit-Gedankens des Betriebsleiters", berichtete LVN-Vorstand Herbert Heyen vom Urteil der erfahrenen Jurymitglieder und von seinen eigenen Eindrücken des Hofes. Der Betrieb verfüge über sehr gute produktionstechnische Daten.
Jens Gieseke (MdE) würdigte die Auszeichnung und stellte fest: "Viel zu selten sagen wir unseren Landwirten DANKE. Viel zu selten gratulieren wir unseren Betrieben zu hervorragenden Leistungen. Deshalb ist der Milchlandpreis "Goldene Olga" genau der richtige Rahmen, einen Glückwunsch an die Familie Rolfers aus Herzlake für eine fantastische unternehmerische Leistung zu richten."
Alfons Kerlfeld freute sich als Vorstandsmitglied der DMK Deutsches Milchkontor eG, an die Familie Rolfers ihre Milch liefert, dass mit dem Hof ein gut organisierter Familienbetrieb mit einer hohen Milchleistung und einer hervorragenden Milchqualität ausgezeichnet wurde.
Dorothee Renzelmann von der LVD Krone betonte in ihrem Grußwort, dass sie diesen Wettbewerb ganz bewusst bereits seit 17 Jahren fördere. Preisträger wie der Betrieb Rolfers zeigen, dass moderne Landwirtschaft und Nachhaltigkeit kein Gegensatz sind. Der Einsatz moderner Technik biete vielmehr die Möglichkeit, die Ressourceneffizienz zu steigern und somit einen positiven Beitrag für die Nachhaltigkeit zu leisten.

Der Betrieb Rolfers
Betriebsleiter Günter, Ehefrau Mechthild und ihr Sohn Florian bewirtschaften die 21 Hektar Grünland und Ackergras, sowie die 50 Hektar Ackerland als reiner Familienbetrieb. Florian arbeitet auf dem Betrieb, belegt jedoch momentan den Meisterkurs in Meppen und möchte anschließend in den Betrieb einsteigen. Auf dem Hof werden 85 Milchkühe mitsamt ihrer weiblichen Nachzucht und 40 Mastbullen gehalten. Die Milchleistung der Herde beträgt herausragende 11.130 Kilogramm pro Kuh und Jahr bei einem Fettgehalt von 4 Prozent und einem Eiweißgehalt von 3,35 Prozent. Der 1880 gekaufte Hof wird mittlerweile in der vierten Generation betrieben und wurde im Jahre 1965 zum jetzigen Standort ausgesiedelt.
Zur Teilnahme am Wettbewerb motiviert wurde Familie Rolfers jedoch nicht ausschließlich durch die Aussicht auf Preise und Anerkennung als durch die Möglichkeit, öffentlich auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Was sie umtreibt, ist die Sorge, den Betrieb im Sinne der Hofnachfolge ihres Sohnes nicht weiterentwickeln zu können. Denn die Herzlaker würden gerne die Zahl ihrer Milchkühe auf 140 erhöhen, müssen jedoch eine Vergrößerung naturschutzverträglich gestalten, was aufgrund der Nähe zum Naturschutzgebiet Hahnenmoor kein leichtes Unterfangen ist. Auf diesen Umstand wies Günter Rolfers während der Feierstunde auf dem Hof nochmals hin. Eine aus Sicht der Familie hilfreiche, weil Emissionen sparende Technik, wäre ein Spaltenboden mit Gummidichtungen, wie er bereits in den Niederlanden Verwendung findet, von den Behörden hierzulande aber noch nicht anerkannt wird. "Daher die Bitte an die Politik, an der Lösung des Problems mitzuwirken", sagte Rolfers.
Albert Stegemann (MdB) versprach daraufhin, zu prüfen, warum die emissionsreduzierenden Spaltenböden bis dato nicht installiert werden dürfen. Auch die stellvertretende Landrätin Margret Berentzen kündigte an, der Landkreis werde mit Blick auf den Zwiespalt Naturschutz n Landwirtschaft versuchen, "für beides den richtigen Weg zu finden".
LVN/Licher