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Milchanlieferung EU: 2016 über Vorjahresniveau

17. Februar 2017

Im Jahr 2016 lag das Rohstoffaufkommen in der EU leicht über den angelieferten Mengen des Vorjahres. Dabei war das erste Jahresdrittel im Vergleich zum vorangegangenen Jahr von steigenden Tendenzen geprägt, während im weiteren Verlauf die Milchanlieferung unter die Vorjahreslinie fiel.

Auch Anfang 2017 bewegten sich die Milchmengen unter dem Vorjahresniveau.
Später als bei den anderen wichtigen Erzeugerländern ist es in der EU zu einer Reaktion auf die immer weiter sinkenden Milcherzeugerpreise gekommen. Das deutliche Wachstum zu Beginn von 2016 verringerte sich bereits im zweiten Quartal. Ab Juni waren dann negative Tendenzen zu beobachten und die Vorjahreslinie wurde unterschritten. Der Rückstand zum Vorjahr nahm bis zum Jahresende zu. Im vierten Quartal war mit durchschnittlich 3,8 % der stärkste Rückgang zu verzeichnen.

Rückgang bei den größten Produzenten
Absolut betrachtet wurden 2016 in der EU-28 nach teils noch vorläufigen Angaben rund 152 Mio. t Milch ange-liefert. Dies waren knapp 0,3 Mio. t mehr als im Jahr 2015. Vor allem die starke Reduzierung der Milchmenge in der zweiten Jahreshälfte hat den Vorsprung vom Jahresbeginn wieder deutlich verringert. Im ersten Halbjahr lag der Zuwachs bei knapp 3 %.
Der EU-weite Rückgang ist vor allem auf die Verringerung in einigen der Haupterzeugungsländer zurückzuführen. In Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, auf die annähernd die Hälfte der Milcherzeugung in der Gemeinschaft entfällt, war der Produktionsrückgang am stärksten. Im Vereinigten Königreich betrug der Rückstand zum Vorjahr 4,5 % und in Frankreich 2,8 %. Die Molkereien in Deutschland erfassten rund 0,8 % weniger Milch. Mengenrückgänge waren auch in Österreich, Litauen, Portugal, Kroatien, die Slowakei und Schweden zu verzeichnen.

Stärkster Anstieg in den Niederlanden
Die Niederlande verzeichneten in der Gesamtbetrachtung von 2016 den mengenmäßig größten Zuwachs. Dort wurden knapp 1 Mio. t. mehr Milch angeliefert als ein Jahr zuvor. Dies entspricht einem Zuwachs um 7,2 %. Ausgehend von sehr starken, teils zweistelligen Zuwachsraten im ersten Halbjahr, reduzierten sich die Zuwächse in der zweiten Jahreshälfte deutlich. Im November und Dezember lag die Produktion wieder auf dem Niveau von 2015, wobei dies allerdings bereits stark erhöht war.
Zunehmende Milchanlieferungsmengen waren in 2016 ebenfalls in Polen (+2,3 %), Italien (+2,2 %) und Irland (+4,1 %) zu verzeichnen.

Wie entwickelt sich die Milchanlieferung in 2017?
Für die weitere Entwicklung der Milchanlieferung ist entscheidend, ob und in welchem Umfang die Milcherzeuger auf die wieder zunehmenden Erzeugerpreise reagieren. Im letzten Quartal des Jahres 2016 sind die Erzeu-gerpreise teils wieder deutlich gestiegen. Zuletzt haben sich die festeren Tendenzen jedoch wieder etwas abge-schwächt. Gegen eine erneute Zunahme der Milchanlieferung in 2017 spricht jedoch die Reduzierung des Milchkuhbestandes in der EU durch die vermehrten Betriebsaufgaben und Kuhschlachtungen. Hinzu kommt außerdem die rege Beteiligung der Milcherzeuger an der Maßnahme zur Mengenreduktion aus dem nationalen Hilfspaket. Insofern dürfte die Milchanlieferung auch in den kommenden Monaten unter der Vorjahreslinie
liegen.
AMI