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Milch – von der Kuh in die Tüte
29. Januar '10"Kuhmilch ist eigentlich für Kälber und nicht für uns Menschen gedacht. Wenn wir Milch trinken, begehen wir also in gewissem Sinne Mundraub! Dabei verträgt weltweit der überwiegende Teil der Erwachsenen Milch überhaupt nicht. Quarks & Co verrät, warum ausgerechnet die Europäer zu Milchtrinkern wurden und zeigt den Weg der Milch von der Kuh bis in die Tüte."
Mit diesen provokanten Sätzen wurde die letzte Quarks & Co.-Sendung mit Ranga Yogeshwar angekündigt, die am letzten Dienstag im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde (Wdhlg. Samstag, 30. Januar 2010, 12.05 - 12.50 Uhr).
Da durfte man als Milchwirtschaftler gespannt sein auf die Inhalte. Wir waren angenehm überrascht von der vielfältigen Themenauswahl und den gut recherchierten und zielgruppengerecht aufbereiteten Beiträgen. Hinweisen möchten wir heute insbesondere auf den Beitrag über die Entwicklung des Milchtrinkens: "Wie die Europäer zu Milchtrinkern wurden - Die Geschichte eines genetischen Unfalls".
Nachfolgend ein Ausschnitt aus der Sendung:
"Evolutionäre Erfolgsstory
In Nordeuropa gibt es heute den größten Anteil an Milchtrinkern. In weniger als achttausend Jahren hat sich das Milchtrinker-Gen in Europa verbreitet, von null bis stellenweise fast hundert Prozent; in den Maßstäben der Evolution ist das ein extrem kurzer Zeitraum. Die Verträglichkeit von Milch über das Kleinkindalter hinaus muss also ein starker Selektionsvorteil gewesen sein. Anders gesagt: Wer auch noch als Erwachsener die Milch seiner Tiere trinken konnte, hatte in mageren Jahren und harten Wintern offenbar bessere Überlebenschancen - und er konnte mehr Nachkommen zeugen, die dann ebenfalls als Erwachsene noch Milch trinken konnten. Dieser Vorteil muss groß gewesen sein, denn nur so lässt sich erklären, dass sich diese Genmutation so rasant durchgesetzt hat wie kein anderes genetisches Merkmal.
Die Verträglichkeit von Milch ist übrigens nicht da entstanden, wo heute die meisten Menschen Milch vertragen - nämlich in Nordeuropa. Vielmehr haben neue Studien der Londoner und Mainzer Forscher ergeben, dass die Milchtrinker-Mutation zuerst in Zentraleuropa auftrat, vor etwa 7500 Jahren. Als diese frühen Milchbauern aus Zentraleuropa dann weiter nach Norden wanderten, war die Mutation bei diesen kleinen Pionier-Gruppen besonders häufig - weswegen sie sich bei ihnen auch besonders schnell ausbreitete. Daher ist bei den Nachkommen dieser frühen Milchbauern dieses genetische Merkmal am weitesten verbreitet!"
Wen die kompletten Sendebeiträge interessieren, kann sich bei
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/0126/uebersicht_milch.jsp reinklicken.
LVN/Licher
